Giftige Stoffe im Alltag und wie sie vermieden werden können

natur statt chemie medikamente

 

Täglich nehmen wir Hunderte Schadstoffe auf, meist nur in Spuren. Doch Forschern macht die Mischung gefährlicher Substanzen Sorgen.

Heutzutage nutzen wir weit mehr als 100000 synthetische Stoffe, und nicht alle sind harmlos. Sie stecken in Medikamenten, Spielzeugen, Kosmetika und Lebensmitteln. Die Produktion vieler Substanzen hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Diese gelangen unvermeidbar in die Umwelt – zumindest in Spuren, oft sogar in größeren Mengen.

So zum Beispiel Weichmacher, die aus Computern austreten, Autoarmaturen und Kindergummistiefel. Lösungsmittel dampfen aus Möbeln und Teppichböden. Durch Schweiß und Wasser werden Farbstoffe aus Strumpfhosen und Tauchanzügen freigesetzt. Pestizide haften an Obst und Gemüse. Folien und Backbleche geben Aluminium in die Nahrung ab. Krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs) und große Mengen Mikroplastik werden von Reifen abgerieben. Beides atmen wir ein.

Mehrfach gespritzt

Auch in Obst und Gemüse verstecken sich häufig Gifte. Sie sind gewöhnlich nicht mit einem Pestizid behandelt, sondern mehrfach gespritzt. In Europa sind die Äpfel am schlimmsten davon betroffen. Ihnen werden Substanzen gegen Unkraut, Mehltau, Läuse, Würmer und etwas damit die Ernte beim Lagern nicht fault zugeführt. Der Apfel sieht so appetitlich aus und für jede einzelne Substanz ist der Grenzwert meist eingehalten. Dennoch konsumieren wir einen Mix verschiedener Agrargifte. In Salaten, Paprika, Bananen und besonders in Treibhauswaren vor der Saison lassen sich diverse Spritzmittel finden.

Ein weiteres Problem sind auch beispielsweise die Rückstände von Druckfarben. Wenn man einen Kassenbon nur einmal in die Hand nimmt, ist es möglich danach zwei Dutzend Substanzen im Blut nachzuweisen.

Auch Rückstände von Druckfarben nehmen wir oft über die Nahrung auf. Diese stammen meist aus Kartonverpackungen. Sie sind in jedem vierten Lebensmittel zu finden, so zum Beispiel in Reis, Nudeln, Schokolade oder Grieß. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit können sie Krebserzeugend sein und das Erbgut schädigen.

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Tipps für einen weniger giftigen Alltag

Raumluft:

Optimal ist es dreimal täglich stoßzulüften, da die Außenluft meist um ein Vielfaches besser ist als die Innenraumluft. Auch das Rußen von Kerzen sollte vermieden werden, indem der Docht kurzgehalten wird. Auf Duftlampen, Räucherstäbchen und Duftkerzen sollte verzichtet werden. Und auch offenes Feuer in Kaminen erhöht die Belastung mit Feinstaub.

Küche:

Speisen zu Hause idealerweise in Porzellan-, Glas- oder Keramikbehältern aufbewahren. Plastikgeschirr nicht in der Mikrowelle erhitzen. Generell möglichst wenig Verpackung nutzen.

Reinigen:

Weniger ist auch bei vielen Reinigungsmitteln mehr. Aufpassen sollte man bei Produkten zum Sprühen. Sie gelangen in die Lunge und sollten deshalb gemieden werden. Nicht nötig sind biozidhaltige Reinigungsmittel, die Keime in der Wohnung angreifen sollen. Es sei denn, eine immungeschwächte, pflegebedürftige Person lebt im Haushalt.

Einkaufen:

Produkte, die stark riechen sollten gemieden werden – etwa beim Kauf von Schuhen, Luftbetten, Taschen oder Gürteln. Ebenfalls sollte auf die Seriosität des Anbieters geachtet werden. Kassenbons aus Thermopapier enthalten neben Druckfarbe auch hormonähnliche Phthalate, daher ist es gut, wenn möglich darauf zu verzichten. Auch Billigprodukte aus dem Internet enthalten immer wieder Substanzen, die in der EU längst begrenzt oder verboten wurden.

Trinkwasser:

Vor dem Trinken sollte man mindestens eine halbe Minute Wasser aus dem Hahn ablaufen lassen, da die Armaturen Metalle absondern können. Am besten ist es Mineralwasser in Glasflaschen zu kaufen. Wenn man einen Wasserkocher nutzt, sollte man das abgestandene Wasser stets vollständig entfernen und frisches einfüllen, denn auch hier bilden sich Schadstoffe.

Renovieren:

In Innenräumen sollten nur Farben und andere Materialien verwendet werden, die explizit dafür geeignet sind. Auch beim Streichen von schadstoffarmen Produkten ist es wichtig, gut zu lüften und am besten Kinder davon fernzuhalten. Alte Dächer von Schuppen oder Garagen enthalten oft noch den Stoff Asbest, der als Krebserregend gilt. Um diese zu entfernen, sollte man Firmen beauftragen, die über die entsprechenden Qualifikationen verfügen. Auch bei alten Holzverkleidungen und Fußböden ist es möglich, dass diese mit PCB-haltigen Schutzanstrichen behandelt worden sind. Diese sollten im Zweifelsfall geprüft werden.