Nicht nur für Erwachsene: Vitamin D ist besonders wichtig für Kinder!

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Die Versorgung mit Vitamin D ist für die allgemeine Gesundheit eines jeden Menschen von überragender Bedeutung. Egal wie alt ein Mensch ist: Er braucht Vitamin D. Da es vor allem den Aufbau der Knochen und die Entwicklung unterstützt, sollte gerade bei Kindern eine ausreichende Versorgung sichergestellt werden.

Eine Studie, deren Teilnehmer zwischen drei und siebzehn Jahre alt waren, hat bewiesen, dass mehr als die Hälfte aller Kinder nicht genügend Vitamin D zu sich nimmt und eine Unterversorgung weit verbreitet ist. Den Grund dafür liefern vor allem zwei Faktoren: Zum einen eine unzureichende körpereigene Vitamin D-Bildung und zum anderen eine Ernährungsweise, bei der dem Körper über die Nahrung zu wenig Vitamin D zugeführt wird. Über Nahrungsmittel können aber ohnehin nur etwa 10 % dessen aufgenommen werden, was der menschliche Körper an Vitamin D benötigt. Besonders wichtig ist deshalb die Förderung der körpereigenen Vitamin D-Bildung durch ausreichend UV-Strahlung.

Durch Sonneneinstrahlung wird in der Haut gespeichertes Cholesterol über Zwischenstufen in Vitamin D3 umgewandelt. Dieses gelangt dann von der Haut ins Blut und wird in Leber und Nieren zum aktiven Vitamin D-Hormon umgewandelt. Die UVB-Strahlung reicht aber nur in den Sommermonaten aus, um „die Speicher zu füllen“, im Winter scheint die Sonne in Deutschland dafür nicht häufig genug. Deshalb ist auch eine entsprechende Ernährung nicht zu vernachlässigen.

Weshalb Vitamin D?

Die Versorgung des menschlichen Körpers mit Vitamin D ist deshalb so wichtig, weil es vielfältige Auswirkungen auf den menschlichen Körper hat und erheblich dabei hilft, verschiedenen Krankheiten vorzubeugen. Während Vitamin D lange zu den fettlösenden Vitaminen gezählt wurde, ist nun aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse bewiesen, dass Vitamin D zu den Steroidhormonen gehört und somit unter anderem für die Stoffwechselgänge im Körper verantwortlich ist.

Deshalb nimmt es eine herausragende Stellung für die Stärkung der Knochen und die Kräftigung der Muskulatur bei Kindern ein. Die Folgen einer mangelnden Versorgung können zu Wachstumsstörungen und brüchigen Knochen führen, aber auch eine Knochenerweichung (Rachitis) ist bei Kindern denkbar. Die Liste geht jedoch weiter. So spielt Vitamin D für die Zahnbildung und die Stärkung des Immunsystems eine wichtige Rolle. Es ist bewiesen, dass Kinder mit Vitamin D-Mangel anfälliger für Infekte sind.

Kinderärzten zufolge hat Vitamin D auch einen positiven Einfluss auf das Herz-und Kreislaufsystem und kann Krebserkrankungen vorbeugen. Nicht zuletzt erhöht ein Vitamin-D-Mangel im Kleinkindalter klinischen Studien zufolge das Risiko eines Kindes, später an Diabetes Typ 1 zu erkranken.

Die richtige Vorbeuge:

Kleine Veränderungen im Alltag helfen zum Glück oftmals bereits aus, um den Körper mit Vitamin D-Lieferanten zu versorgen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei ganz klar das Sonnenlicht. Gerade Kinder, die sich viel in Räumen aufhalten, sind stärker vom Mangel betroffen. Dies gilt auch für dunkelhäutigere Kinder, da dunklere Haut für die Vitamin D-Bildung länger braucht als hellere Haut. Ein Aufenthalt in der Sonne ist deshalb zu empfehlen. Gerade während der Mittagszeit in den Sommermonaten strahlt sie sehr intensiv und begünstigt dadurch die körpereigene Vitamin D-Synthese.

Eltern sollten ihre Kinder deshalb so oft es geht im Freien spielen lassen. Hierbei sollte dann auch sichergestellt werden, dass das Sonnenlicht Gesicht, Arme und Hände erreicht und nicht durch Kleidung komplett verdeckt wird oder aufgetragener Sonnenschutz die Aufnahme der Sonnenstrahlen gänzlich verhindert. Zwar sehen gerade Hautärzte diese Empfehlungen oftmals als kritisch an. Es gibt viele verschiedene Hauttypen und ein Sonnenbrand sollte auf jeden Fall vermieden werden. Die allgemeinen Empfehlungen distanzieren sich jedoch mittlerweile von der bisherigen Regel, Kinder generell vor der Sonne zu schützen.

Ein Tipp ist es, anstelle von langem „Sonnenbaden“ die Haut lieber täglich nur kurz, so in etwa für 10-15 Minuten (das variiert je nach Hauttyp von 5-30 Minuten) mit Sonne zu tanken. Im Zweifel sollten Eltern sich hier von einem Kinderarzt beraten lassen. Auch die tägliche Vorhersage des UV-Indexes des deutschen Wetterdienstes gibt Aufschluss über zusätzliche Faktoren wie Breitengrad und Witterung, die wiederum Hinweise dafür liefern, wie lange man sich der Sonne aussetzen sollte.

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Die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung mit Vitamin D-haltigen Lebensmitteln:

Im Winter, wenn die Sonne nicht häufig genug scheint, nimmt der Körper Vitamin D aus seinem Fettgewebe. Hier sollten Eltern deshalb besonders auf die Nahrung ihrer Kinder achten. Da Vitamin D-reiche Nahrung eher die Ausnahme darstellt, sollten auf dem Speiseplan Lebensmittel wie Kalbsleber, Vollmilch, Gouda, Butter, Eier und Fisch nicht fehlen. Häufig sind vegetarisch oder vegan ernährte Kinder wegen der veränderten Zusammensetzung ihrer Nahrung stärker betroffen. Bestimmte Kinderlebensmittel sind zudem speziell mit Vitamin D angereichert. Hier gilt es jedoch, genau auf die Zutatenliste zu achten, denn viele Produkte sind nach Aussage von Experten "zu süß, zu fett und zu teuer und damit generell nicht empfehlenswert".

Wann sind Vitamin D-Präparate sinnvoll?

Eine weitere Möglichkeit für eine genügende Zufuhr sind Vitamin D-Präparate. Diese gibt es speziell für Kleinkinder bis zu einem Jahr zu kaufen. Experten halten diese Art von Zusatzpräparaten aber auch für andere Kinder für ratsam – zumindest in der Winterzeit. Empfohlen wird eine zusätzliche Einnahme von täglich etwa 400 IE (Einheiten) Vitamin D. Dies sollte aber jeder für sich selbst entscheiden und eine Beratung durch den Arzt oder Apotheker des Vertrauens ist unbedingt empfehlenswert. Im Zweifel kann ein Bluttest beim Arzt Klarheit geben, ob die Ernährung verändert werden sollte. Entsprechende Präparate gibt es schon für wenige Euro in Apotheken und Drogeriemärkten zu kaufen. Eine Überdosierung ist nur bei sehr großen Vitamin D-Mengen möglich.